28/10/2026
Zwischen Baustelle und Bildschirm - zwischen Emotion und Druckgefühl
Ich stehe auf einer Baustelle. Das Licht fällt gerade perfekt durch das neue Fenster. Der Raum beginnt zu atmen. Dieser Moment, in dem man spürt – ja, das wird es. Das ist der Grund, warum ich meinen Beruf so sehr liebe.
Und dann, mitten in diesem Moment: „Hätte ich das filmen sollen?"
Kennt ihr das Gefühl? Und ich finde es zum Schreien.
Nicht weil Content falsch ist. Nicht weil ich nicht verstehe, warum er wichtig ist. Nicht weil ich gerne meine Community teilhaben lassen möchte, wenn wundervolle Projekte entstehen. Sondern weil irgendwann der Punkt kommt, an dem man jeden schönen Arbeitsmoment, jede spontane Idee, jede gelungene Materialentscheidung zuerst durch diesen einen Filter jagt: Taugt das für einen Post?
Mein Alltag besteht aus Farbkonzepten, Einrichtungsgesprächen, Koordination auf Baustellen, Entscheidungen, die Räume verändern. Das ist meine Arbeit. Das ist es, was ich kann und was mir Freude macht. Content kreieren ist eine andere Disziplin – eine, die ich respektiere, aber die mich manchmal schlicht erschöpft.
Wir leben in einer Zeit, in der Sichtbarkeit zur Pflicht geworden ist. Und das zehrt. An der Energie, an der Konzentration und manchmal auch an der Freude an der eigentlichen Arbeit.
Bleiben wir doch alle mal wieder IM MOMENT!